Mut, Konflikte und Balance
Shownotes
Petra Tisch, erfahrene Unternehmerin und Beraterin im Bereich der Unternehmensnachfolge, teilt ihre Erfahrungen und Herausforderungen bei der Übergabe in Familienunternehmen. Sie spricht offen über die Schwierigkeiten, als junge Frau in einem männerdominierten Bereich wie dem Gerüstbau Fuß zu fassen und wie es ihr gelungen ist, klare Strukturen und Vertrauen zu etablieren. Die Episode gibt wertvolle Einblicke in die emotionalen und geschäftlichen Aspekte der Unternehmensführung und bietet praktische Tipps für Nachfolgerinnen in Familienunternehmen. Hören Sie zu, wie Petra Tisch lehrreiche Geschichten aus ihrer Führungszeit erzählt und wie sie diese Erfahrungen heute als Beraterin nutzt.
Das Wichtigste auf einen Blick
Mit 27 Jahren stellte Petra Tisch klare Bedingungen an ihren Bruder, um ins Familienunternehmen einzutreten. Sie wollte nur unter der Voraussetzung Geschäftsführerin werden.
Tischs Weg zur Leitung des Familienunternehmens war geprägt von festgefahrenen Hierarchien und Vorurteilen gegenüber Frauen im Gerüstbau. Sie musste sich Respekt erarbeiten.
Vertrauen und Konfliktbewältigung waren essenziell für Petra Tisch und ihren Bruder, um erfolgreich als Führungsduo im Unternehmen zu agieren.
Der Weg zur erfolgreichen Nachfolge erfordert nicht nur wirtschaftliche Kenntnisse, sondern auch emotionale Intelligenz und die Fähigkeit, familiäre Konflikte zu erkennen und zu lösen.
Petra Tisch empfiehlt jungen Nachfolgern im Familienunternehmen, externe Beratung in Anspruch zu nehmen, um Klarheit in persönlichen und beruflichen Bereichen zu schaffen.
Die Erfahrungen im Klettern lehrten Petra Tisch, dass Zuverlässigkeit und gegenseitige Unterstützung im Unternehmen genauso wichtig sind wie in der Vertikalen.
Petra Tisch plädiert dafür, kindliche Familienkonflikte aufzuarbeiten, da ungelöste Themen die Geschäftsführung stark beeinträchtigen können.
Worüber wir sprechen
Petra Tischs Karriereweg
Petra Tisch begann ihre Karriere nicht im Familienbetrieb, sondern in der Bank. Ihr Bruder brachte sie ins Unternehmen und sie stellte die Bedingung, Geschäftsführerin zu werden.
Herausforderungen von Frauen im Gerüstbau
Petra beschreibt die Schwierigkeiten und Vorurteile, mit denen sie als junge Frau im traditionellen Gerüstbau konfrontiert war und wie sie diese überwand.
Bedeutung von Konfliktlösung im Unternehmen
In der Zusammenarbeit mit ihrem Bruder waren Konfliktlösung und klare Kommunikation zentral. Seminare halfen Petra dabei, diese Fähigkeiten zu entwickeln.
Klettern als Metapher für Unternehmertum
Petra Tisch zieht Parallelen zwischen ihrer Kletterleidenschaft und der Unternehmensführung: Beides erfordert Mut, Ausdauer und Vertrauen in den Partner.
Beratung als Schlüssel für klare Kommunikation
Externe Berater können helfen, emotionale Familienkonflikte aufzudecken und zu bewältigen, was Petra als wichtig für dauerhaften Geschäftserfolg sieht.
Erwähnt in dieser Episode
Petra Tisch (Person) — Unternemerin, ehemalige Geschäftsführerin in einem Gerüstbauunternehmen.
Uwe (Petra Tischs Bruder) (Person) — Petra Tischs Bruder, mit dem sie das Familienunternehmen gemeinsam führte.
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zum Bobcast.
00:00:03: Dein Podcast für alle, die den Mittelstand mutig gestalten!
00:00:22: Generation, Wechsel und Unternehmensnachfolge.
00:00:25: Jedes Jahr stehen tausend mittelständische Unternehmen vor der Frage wer führt weiter?
00:00:29: Wie kann der Übergang zwischen den Generationen gelingen?
00:00:31: Und wie kann man Familie und Tradition irgendwie bewahren und zeitgleich ganz neues wagen?
00:00:36: mein heutiger Gast
00:00:38: ist
00:00:39: Ideal als Gesprächspartnerin dafür.
00:00:41: Ich habe bei mir Petra Tisch, Unternehmerin, langjährige Geschäftsführerin eines Familienunternehmens im Gerüstbau und heute Beraterin.
00:00:50: Sie kennen Nachfolger aus zwei Perspektiven – als Unternehmerinnen- und als externe Sparringspartner für die Unternehmen.
00:00:56: Wir sprechen heute über ihren eigenen Weg ins Unternehmertum, über Führung und Geschwisterteams welche Wahrheiten man in Familienunternehmen manchmal erst Jahre später versteht.
00:01:09: Viel Freude euch mit dieser Folge des Bobcast mit Gast!
00:01:13: So, liebe Petra.
00:01:14: Vor uns die Mikrofone aber wir uns gegenüber!
00:01:17: Petra fühlst du dich gut vorgestellt und vor allen Dingen herzlich willkommen.
00:01:21: schön dass du da bist?
00:01:22: Ja ich freue mich auch total hier zu sein und so schön bin ich noch nie vorgestellt worden.
00:01:25: vielen Dank.
00:01:27: Da bin ich jetzt schon mal erleichtert.
00:01:28: Petra Du bist Unternehmerin und Beraterin.
00:01:31: Ich habe es schon im Intro gesagt und hast selber jahrelangen Familienunternehmen geführt.
00:01:36: Und wenn dich jemand fragen würde was sollte jemand über Petra Tisch als Unternehmerin wissen.
00:01:44: Boah, das ist ja eine spannende Frage!
00:01:47: Also ich glaube über mich sollte man dann wissen dass ich mutig bin pragmatisch bin aufrichtig bin wissensbürgierig bin und auch viele Tiefen mich dahingebracht haben wo ich heute bin.
00:02:01: Ja Peter wir hatten ja ein Vorgespräch und ich weiß ja schon so ein bisschen was über dich und ich gucke mal dass sich diese ganz spannenden Sachen auch so geteilt bekommen.
00:02:09: Was ich total spannend fand war Dein Weg ins Unternehmertum.
00:02:15: War dir von vornherein klar, ich bin Unternehmerin und ich werde das werden oder wie?
00:02:20: Wie kam das eigentlich?
00:02:21: Das war überhaupt nicht klar weil wir haben ein Familienbetrieb.
00:02:24: mein Opa hat ihn gegründet Mein Vater den weitergeführt zwar ursprünglich einen Dachdecker Betrieb und da wurde dann Gerüstbaubetrieb.
00:02:33: Und es war klar wenn's jemand übernimmt dann der Bub Mein Bruder übernimmt es.
00:02:37: Insofern bin ich erst mal meinen eigenen Weg gegangen und bin in die Bank, weil habe dort eine Banklehre gemacht und mich dann auch weitergebilden mit dem Studium und hab dann erstmal den Weg für mich genutzt, weil ich gesagt habe, ich will irgendwo sein wo ich irgendwie viel Geld verdiene und wo ich erst einmal unabhängig bin.
00:02:54: Das war mir das Wichtigste, unabhängt zu sein frei zu sein.
00:02:58: Und was war der Moment?
00:03:02: Jetzt gehe ich ins Unternehmen rein.
00:03:03: War das eine freiwillige Entscheidung?
00:03:05: Wie kam es dazu?
00:03:06: Das ist ganz spannend, weil ... Ich war Ausbilderin in der Bank und ... Mein Bruder hat das Unternehmen schon geleitet oder hat es zumindest mitgeleitet.
00:03:14: Das kann ich jetzt gar nicht mehr so genau sagen, mein Vater war noch im Unternehmen drin und meine Stiefmutter waren auch in dem Unternehmen drin.
00:03:19: um den Unternehmen ging's nicht so gut.
00:03:21: Und mein Bruder fragte mich ob ich dann mit ins Unternehmen komme, ob ich bei der Bank praktisch weggehen wollte?
00:03:28: Und da ich jemandem als Chef bekommen hatte, den ich nicht so toll fand, war das für mich eine tolle Gelegenheit, in das Unternehmen zu gehen.
00:03:34: Ich hatte aber eine Bedingung an meinem Bruder gestellt.
00:03:36: Ich habe gesagt, ich komme ins Unternehmen, aber ich will Geschäftsführerin
00:03:39: werden.".
00:03:41: Und das bin ich nicht gleich geworden, aber ja zumindest hat meine Stiefmutter aufgehört.
00:03:46: Mein Vater hat noch mit meinem Bruder zusammengearbeitet weil ich wusste... Mit meinen Brüdern komme ich einigermaßen klar.
00:03:52: Mit mein Vater wird es schon schwieriger Aber noch mit meiner Stiefmutter obwohl die auch eine tolle Frau war.
00:03:58: Das geht nicht.
00:03:59: Also klare Rahmenbedingungen geschaffen sozusagen.
00:04:01: Petra, gib mir mal so ein Bild.
00:04:02: also wie alt kommt jetzt Petratisch in das Unternehmen rein und mit welchem Alter sagt sie ja okay ich komme?
00:04:10: wenn ich Geschäftsführerin werde.
00:04:12: Siebenzwanzig.
00:04:13: Siebenzwanzig,
00:04:14: es war im November achtundachtzig.
00:04:16: Ja und gafst du im Zeitpunkt einen bestimmten Anlass das dein Bruder dich gefragt hat?
00:04:20: Ja dem Unternehmen ging's nicht gut und es musste irgendwie strukturiert werden.
00:04:24: Ich hab auch von der Seite in der Bank schon ein Hinweis gekriegt dass ist doch ganz gut wäre mit meiner Ausbildung mit meinem Wissenstand BWL dort ins Unternehmen einzutragen.
00:04:34: und dann bin ich in das Unternehmen.
00:04:36: Ja, im November eightenachtzig bin ich reingegangen.
00:04:39: Aber um klaren Rahmenbedingungen, ne?
00:04:41: Habe ich rausgehört und dann ging es auch um Unabhängigkeit.
00:04:44: wenn ich's gehört habe und die Freiheit zu gestalten hatte das ein...
00:04:48: Das hab' ich gedacht zu dem Zeitpunkt dass ich das könnte.
00:04:50: aber das war nicht so einfach weil es gibt natürlich erstens bestimmte Strukturen in der Familie Unternehmen jeder das hat weiß das ist auch sehr hiratschig noch.
00:04:58: und natürlich den Menschen die da drin arbeiten im Großbauunternehmen nochmal mehr Die sind natürlich sehr orientiert einfach an dem Chef der Chefin oder dem alten Chef, also meinem Papa sozusagen.
00:05:09: Und ich musste natürlich mit vielen Mitarbeitern im Büro irgendwie zurechtkommen die natürlich überhaupt keine Lust auf so eine junge Gör hatten und es gab irrsinnig viele Konflikte und ich habe damals ganz viel Konfliktseminare besucht damit ich gelernt kann wie gehe ich denn da überhaupt um?
00:05:23: Was mache ich jetzt
00:05:24: jetzt?
00:05:26: Und das war nicht so ganz einfach.
00:05:28: Also okay, folgendes Bild gestaltet sich in meinem Kopf also ist die junge Petra mit siebenzwanzig aus unserer Perspektive jung heute.
00:05:35: Die kommt ins Unternehmen rein.
00:05:36: In dem Unternehmen gibt es Mitarbeitende, die immer noch den Vater als Hauptführungsperson und du nix wenn ich das sage Führungspersonen sehe.
00:05:45: Dann gibt es dein Bruder der sagt hey Petra kannst Du bitte kommen?
00:05:50: Jetzt kommt Petra rein Ist Geschäftsführende Und eine Frau im Gerüstbau.
00:05:58: Hat das auch eine Rolle gespielt, dass du ne Frau warst?
00:06:01: Weil es gab ja auch deine, wenn ich das richtig verstanden hab, deine Schwiegermutter schon!
00:06:05: Ja, natürlich hat das eine Rolle gespielt.
00:06:07: Also meine Schwiegermutter war eher distanziert und eher stiller.
00:06:11: ich war ein offener Mensch habe viel gelacht und natürlich jung.
00:06:15: also ich war einfach auch fünfundreiche der vierzig Jahre jünger als einfach meine Stiefmutter und hatte auch ganz andere Vorstellungen wie das gehen sollte und natürlich gerade bei den Gerüstbauern.
00:06:26: damals war auch gerüst bau anders als heute.
00:06:28: heute ist hochtechnik hoch anspruchsvoll Damals was auch schon anspruchsvoll aber bei weiten nicht so wie heute.
00:06:34: Und natürlich, wenn ich über den Hof gegangen bin und ... Ich habe mir sehr schnell abgewöhnt, kurze Röcke anzuziehen oder einen weiten Ausschnitt anzuziehen oder sonst was.
00:06:42: Sondern hab mich etwas geschlossener und etwas distanzierter verhalten weil ich gemerkt hab das geht nicht in GRISPOR, ne?
00:06:48: Das ist einfach... Da muss man bestimmte Distanzen dann auch einfach einhalten.
00:06:52: Ja!
00:06:52: Und natürlich hat es was mit einer Frau zu tun.
00:06:54: Und die kleine Schwester auch noch vom Bruder und mein Vater eh Frauen gegenüber eher skeptisch eingestellt, dass die wirklich was bewirken können.
00:07:06: dann wollte ich alles umkrempeln und das war, glaube ich schwer.
00:07:09: Schwer für mich und auch für mein Vater und auch schwer für die Mitarbeitenden.
00:07:13: Ja also viele Energien, die sich da einnehmen oder gegenüberstanden und gar nicht so wussten wie sie miteinander jetzt in Einflow kommen können?
00:07:22: So stelle ich mir das gerade vor.
00:07:23: ja total spannend.
00:07:24: Und
00:07:25: man muss noch eins dazu fügen wir hatten eine schwierige Situation weil in der Bilanz sah es so aus als wäre ein tolles Unternehmen nur die Liquidität hat nicht gepasst aufgeräumt hat, muss sich ganz viel ausbuchen.
00:07:38: Weil viele Sachen unheimbringlich waren und dann habe ich gleich einen schwarzen Peter aufgedrückt kriegt die macht unser Unternehmen schlecht und so.
00:07:44: dabei wollte ich es nur mal einfach in ordentliche Bahnen bringen.
00:07:47: Das wurde aber nicht so gern gesehen in dem Moment.
00:07:49: Mein Bruder schon, deswegen hat er mich auch geholt.
00:07:52: Aber mit meinem Vater war es eine Herausforderung.
00:07:54: Na
00:07:54: ja, total!
00:07:55: Also dann kamst du auch noch mit unangenehmen Klarheiten oder?
00:07:58: Genau, genau.
00:07:59: Ja das kenne ich tatsächlich aus eigener Geschichte sehr gut.
00:08:02: Ich bin ja auch ein Tochter aus einem Familienunternehmen und wir sind drei Geschwister insgesamt.
00:08:05: Ich habe sie nicht übernommen, aber so Situationen kenne.
00:08:10: Ich gehe noch einmal ganz kurz zurück in den Moment, wo dein Bruder dich fragt.
00:08:14: In der Bank hattest du einen neuen Vorgesetzten und hast gesagt, oh ja Gott wäre vielleicht eine gute Idee zu gehen!
00:08:22: Und der Moment der Entscheidung.
00:08:24: kannst Du Dich wenn Du da nochmal so zurück denkst wie viel Freiheit hast Du da drin gespürt?
00:08:34: Ich war stolz, also wenn ich heute so an das Gefühl, stolz gefragt zu werden als Tochter.
00:08:39: Immer habe ich darauf gehofft, dass man mich auch mal fragte.
00:08:42: Jetzt hat mich mein Vater nicht gefragt aber immerhin meinem Bruder.
00:08:46: Also es war stolzt da und ich wollte natürlich auch schaffen, ich wollte's gut machen.
00:08:51: Das ist auch...ich weiß gar nicht ob so viel Freiheit ist.
00:08:54: Ich glaube es war eher ein ganz schöner Rucksack den ich dir mir aufgeladen hab.
00:08:58: Also ich hätte es bestimmt in der Bank ein bisschen leichter gehabt und ich hätte da auch Karriere wahrscheinlich gemacht.
00:09:04: Ja, dazuzugehören nicht mehr ausgeschlossen zu sein es mitzubewirken.
00:09:09: Das war glaube ich das war eher meine Treiber glaube ich wenn ich heute so mal habe noch nie darüber nachgedacht bevor du mir die Frage jetzt gestellt hast.
00:09:17: aber wenn ich jetzt an die frage wenn ich da nachfühle was glaube ich eher dass
00:09:21: Ja, also ich frag mich das des Öfteren.
00:09:24: Also nicht dass jetzt Freiheit der höchste Wert ist weil dem gegenüber stehen ja auch eine Zugehörigkeit Familie.
00:09:29: Ich frage mich tatsächlich dieses öfteren was bewegt Menschen denn so?
00:09:33: ein geschäftsführendes Job?
00:09:35: Der ist nicht einfach.
00:09:36: in einem Familienunternehmen finde ich.
00:09:38: es gibt so Generationenaufträge Rucksäcke die man hat von denen man vielleicht gar nicht weiß Was ist das was zieht?
00:09:45: Weil's gibt ja noch immer ganz viel was ziehd.
00:09:47: Also Zit ist bei mir natürlich auch mein Bruder.
00:09:49: Mein Bruder und ich, wir sind einen Kopf und ein Hintern würde man so schön sagen im...
00:09:53: Kann man so auch sagen?
00:09:54: Genau!
00:09:55: Wir sagen das immer so.
00:09:56: also wir sind so eng dass es auch teilweise echt für die Partner nicht immer ganz leicht ist.
00:10:01: Und wir haben uns immer schon gegenseitig geholfen, immer gegenseits unterstützt.
00:10:06: Natürlich ihr hätt das auch ohne mich geschafft aber irgendwie wollte mein Bruder auch nicht da im Regen stehen lassen.
00:10:10: ich wollt ihm auch nicht nein sagen und ich fand es auf der anderen Seite war auch ganz toll dass er mir das zutraut und mich gefragt hat.
00:10:18: also es war so beides ein bisschen stolz auf die andere Seite eben aber auch nicht Nein sagen zu wollen.
00:10:23: Beides!
00:10:24: Ja kann ich gut...
00:10:26: Es war eine gute Entscheidung weil sie trägt uns bis heute Sie trägt uns bis heute, also hätte ich das damals nicht gemacht.
00:10:34: Wer sowohl mein Werdegang als auch der Werdegan meines Bruders hundertprozentig ganz anders gewesen, behaupte ich jetzt einfach mal.
00:10:40: Wissen tue ich das natürlich nicht.
00:10:42: Ja.
00:10:42: Petra, ich weiß nicht ob es dir auch so geht?
00:10:44: Ich habe manchmal den Eindruck wir sprechen über Nachfolge oft also technische Prozesse, also nicht wie beide.
00:10:49: Was ich dir unterstelle ist dass wir beide wissen, dass es oft ein sehr emotionaler Prozess, also wie man die Rollen miteinander findet was der Generationenauftrag ist, den man vielleicht gar nicht wirklich kennt.
00:11:00: Ich würde aber noch mal hingehen.
00:11:02: Du hast jetzt mehrfach dein Bruder erwähnt, wenn du auf deinen Bruder und dich schaust was war?
00:11:09: Und ihr beide in der Geschäftsführung schon seit?
00:11:11: was war so die unangenehmste oder härteste Wahrheit, die euch irgendwannmal sagen musstet damit ihr das Unternehmen gemeinsam gut führen könnt?
00:11:21: also ich glaube da muss man sehr klar sein ob man irgendwie das bestimmte Dinge mitmacht.
00:11:25: mein bruder ist ein absolutes brain.
00:11:28: Also das ist ein ganz, ganz kluger Mensch und es ist aber auch ein ganz kreativer.
00:11:32: Und er will ganz viele Aufträge machen weil sie ihn reizen.
00:11:35: also wir haben in Frankfurt den Hochseilauf für den Philipp Petit gemacht.
00:11:39: Wir haben Hochhäuser Kirchen eingerüstet
00:11:42: usw.,
00:11:42: also ihnen haben diese schweren Aufträge gereizt oder im Berlin die Gedächtniskirche oder sowas.
00:11:49: Das hat aber auch zur Folge, dass die nicht immer so ertragreich waren.
00:11:53: Manchmal braucht man auch viel Gerüst und er hat den Auftrag zugesagt ohne das für die Finanzierung dieses Gerüst hatten.
00:12:00: Ich war nun mal für das Kaufmännchen zuständig,
00:12:02: d.h.,
00:12:03: ich war für die Finanzierungszustände.
00:12:05: Und ich bin da manchmal an der Liquidität oder an der Finanzierung, weil kein Mensch finanziert, der einfach Gerüstmaterial.
00:12:11: bin ich echt gescheitert und das waren harte Auseinandersetzungen zwischen meinem Bruder und mir, weil natürlich am Anfang er gesagt hat wir haben das schon immer so gemacht oder mein Vater auch.
00:12:21: Und dann habe ich gesagt ja deswegen standet ihr auch so da wie ihr da standet.
00:12:25: irgendwie wollen wir es jetzt anders machen oder nicht?
00:12:30: Auseinandersetzung.
00:12:31: und wo ich gesagt habe, es geht auch um Ehrlichkeit.
00:12:33: Dass er mich früher mit einbezieht, dass er mich respektiert.
00:12:35: also Ich musste mir meinen Respekt und mein Platz glaube ich als Frau Und Schwester sehr erkämpfen in dem Unternehmen obwohl meinem Bruder ihn mir eigentlich eingeräumt hat.
00:12:44: aber Bis es dann so weit war das wir auf Augenhöhen waren da hat's doch ein bisschen gedauert selbst zum Schluss.
00:12:50: Mein Vater hat dann auch gesagt ist Es gut, dass du da bist.
00:12:54: Aber es hat gedauerte es hat echt gedauerten nicht selbstverständlich
00:12:58: Und das wird jetzt, glaube ich viele interessieren.
00:13:00: Was hat dir geholfen und was hat euch geholft?
00:13:04: Also mir hat erst mal geholften dass sich unabhängig war sprich hatte vorher ein Job und ich habe gedacht wenn es hier schief geht dann kann ich jederzeit wieder gehen.
00:13:10: Das war ein Stück Freiheit.
00:13:13: würde ich auch jedem empfehlen nicht gleich ins Familienunternehmen zu gehen sondern erstmal sich etwas aufzubauen damit man die Chance hat wiederzugehen.
00:13:19: Das ist für mich ganz wichtig.
00:13:22: Was mir auch geholfend hat ist natürlich viel zu gucken wie funktioniert was und zu lernen Also wirklich auch zu lernen Konflikte anzusprechen, was für meinen Vater und mein Bruder komplett neu war.
00:13:33: Weiterbildung zu machen, dass ich weiß da wie ich damit umgehen kann.
00:13:36: Da habe ich meine ersten Konfliktseminare die später dann als Beraterin gegeben hab besucht oder auch Führungsseminare besucht.
00:13:43: einfach umzulernen... Was mache ich denn mit der Situation?
00:13:46: Weil ich war ja teilweise, manchmal auch abends im Bett gelegen habe geheult weil ich es nicht damit klack haben
00:13:52: Weil du keine Antworten hattest.
00:13:53: Ja,
00:13:53: und weil ich dachte wie soll das denn gehen?
00:13:55: Ich will was verändern und kriege überhaupt nicht den Raum den ich brauche um was keiner macht mit.
00:14:00: Die Büro haben auch gesagt wir gucken mal was der Chef sagt.
00:14:03: Aber halt ich bin die Chefin!
00:14:05: Wie lange hat es gebraucht und wie lange ist dein Vater im Unternehmen geblieben?
00:14:09: Gebraucht hat's ungefähr zwei Jahre also doch schon ganz schön.
00:14:12: man braucht schon Ausdauer und Geduld.
00:14:15: Und mein Vater war bis zum Schluss bis zu seinem Tod im Unternehmen immermit aktiv.
00:14:19: Respekt für euch alle
00:14:20: Ja, alle
00:14:21: Beteiligten.
00:14:22: Also
00:14:22: ich sag mal nicht mehr so viel und so.
00:14:25: aber er war bis zum Schluss auch immer für meinen Bruder und Guter Sparings Partner.
00:14:31: also wenn es große Projekte gab haben die zwei immer die Köpfe zusammen gestreckt und waren da zusammen und haben überlegt was ist die beste Vorgehensweise wie wollen wir das machen usw.
00:14:42: Es gibt einen Satz Den habe ich nicht vorbereitet, aber der sagt Unternehmen wachsen an Konflikten.
00:14:49: Aber Familien funktionieren über Harmonie.
00:14:51: Wie stehst du dazu?
00:14:53: Da halte ich gar nichts von.
00:14:55: Kannst du mir sagen warum?
00:14:57: Also ich begleite ja auch als Beraterin manche Familienunternehmen und das größte Debakel ist immer oder das Schlimmste ist eigentlich dass ausgehalten wird, dass unter den Tisch gekehrt wird, ehrlich sagen, hier du bist geeignet für die Übernahme des Unternehmens oder so was.
00:15:19: Nur weil man das Kind nicht verletzen möchte, dass es natürlich in der Familienrolle als Vater und Mutter ganz selbstverständlich will ich meinem Kinder auch nicht sagen aber in der Rolle eines Geschäftsführers oder Unternehmer wo ich ein Unternehmen retten muss oder auch gucken muss, dass ist gut funktioniert.
00:15:34: da muss ich natürlich gucken.
00:15:35: wenn ich in die Rolle des Geschäftsführers würde ich einem fremden Mitarbeiter, der so ist wie meine Tochter oder meinem Sohn das Unternehmen anvertrauen.
00:15:43: Und wenn ich dann Nein sage, da muss ich spätestens anfangen darüber nachzudenken, wie ich mein Kind beibringe finde ich
00:15:49: Ja, und das führt mich dann doch wieder dahin.
00:15:51: Ich habe in unserem Vorgespräch gesagt, ich persönlich, aber das ist eine persönliche Meinung finde dass die Führung als Kind in einem Familienunternehmen also die Übernahme ist so ein bisschen für mich die Kirsche auf der Sahne.
00:16:04: Also ich find es eine extrem große Leistung Und wahrscheinlich auch wegen dieser Balance zwischen Wenn wir mal angenommen, wie werden Geschwister?
00:16:13: Dann möchten wir eine gute Beziehung zueinander haben.
00:16:16: Wir sind zwei Geschäftsführende und möchten mir natürlich auch eine gute Dinge ansprechen und die sind nicht immer schön für den anderen.
00:16:24: Und diese Balance finde ich unglaublich spannend!
00:16:26: Ich habe ganz viele Themen, weil ich ja dieses Vorgespräch geführt haben hab schon gedacht, oh Gott ein Podcast nur mit der Petra.
00:16:32: Ich weiß gar nicht welches Thema ich packen will aber wir waren grad bei Balance und jetzt springe ich mal so'n bisschen.
00:16:38: Petra, ich weiß von dir dass du nicht nur eine Kletterhalle gegründet hast glaube ich sondern das du einfach leidenschaftlich gerne klettern.
00:16:47: Hat in meiner Welt ich Klettere nicht auch was mit Balance?
00:16:49: zu tun.
00:16:50: Aber wenn ich jetzt mal die Analogie wagen würde und ich hoffe, du gehst mit was hat Klettern mit Unternehmertun gleich?
00:16:59: Also ganz viel glaube ich.
00:17:01: also obwohl ich nicht klettern angefangen habe wegen dem Unternehnertun sondern wegen meinem Bruder war wieder.
00:17:07: aber es ist also jeden Schritt genau zu überlegen ausdauern zu sein, immer besser werden zu wollen, mutig zu sein gerade wenn man im Vorstieg ist auch mal über die Grenzen zu gehen in der Sicherheit.
00:17:23: Auch wenn ich falle vielleicht fall' ich mal drei vier Schritte zurück aber dann kann ich den Weg wiedergehen bis dahin und kann vielleicht einen anderen Griff daneben sprich wie im Unternehmen eine andere Abzweigung machen.
00:17:33: also Erfolg heißt ja auch manchmal zu fallen und dann zu wissen okay die Abzwägung war verkehrt.
00:17:38: so ist es beim Klettern vielleicht auch.
00:17:40: Also wenn sich mir vorher Gedanken gemacht hätte ich noch mal besser gemacht, aber so dass es das jetzt was mir spontan einfällt.
00:17:46: Also Klettern hat ganz viel mit Fokussieren zu tun, mit Konzentration auf das was du tust, mit sich spüren und wenn du ein Fehler machst fällst du einfach und du kannst weitfallen Oder du konntest heute gerade am Haken fallen.
00:17:59: Also das ist unterschiedlich, je
00:18:00: nachdem.".
00:18:01: Und wie gesagt, ne ich Kletterer nicht?
00:18:03: Ich oute mich jetzt vielleicht... Schlägst du dir von den Kopfhänden so besser!
00:18:06: In meiner Welt meine ich verstanden zu haben.
00:18:08: Klettern hat auch was immer mit einem Partner oder einer Partnerin zu tun die einen sichert.
00:18:12: Funktioniert die Analogie da auch?
00:18:13: Brauche ich es im Unternehmen als Geschäftsführender oder Geschäftsführende?
00:18:17: Unbedingt
00:18:17: also.
00:18:18: ich sag mal, ich habe ja witzigerweise klettern durch mein Bruder angefangen.
00:18:21: der hat mich da auch gesichert und hat mir den ersten Gurt gebaut wirklich per Hand gebaut Und natürlich die Analogie zieht, weil zu zweiten Unternehmen zu führen.
00:18:30: Wenn du ganz alleine bist ist glaube ich viel schwieriger.
00:18:32: aber so hatten mein Bruder und ich mich doch noch immer gegenseitig und wir haben uns auch gegenseitsich in meinem Backup gegeben.
00:18:39: Wir haben auch unterschiedliche Kompetenzen.
00:18:40: also das was ich habe hatte meinen Bruder nicht und das was er hat habe ich nicht.
00:18:44: nur durch diese Vernetzung von uns beiden ist unser Unternehmen so erfolgreich dann auch geworden.
00:18:49: Also in erster Linie weil Uwe auch so ein Brain ist aber ich glaub im Hintergrund hab ich schon einiges dazu beigetragen dass es in die richtige Richtung gegangen ist.
00:18:58: Ja, es hört sich so an und weil wir jetzt schon ganz viel über – jetzt weiß ich auch wie er heißt – Uwe gesprochen haben deinem Bruder.
00:19:04: was hat Uwe zum perfekten Partner für dich an der Stelle gemacht?
00:19:10: Dass er mir vertraut hat.
00:19:11: Das
00:19:12: einzige also wenn ich das Gefühl gehabt hätte, er vertraute mir nicht wäre es schwer geworden.
00:19:17: Weil mein Bruder war schon auch so jemand, der hat nie gelogen aber hat manche Sachen nicht gesagt einfach weil er den Konflikt auch ein bisschen gescheut hat, weil ich dann vielleicht auch bisschen zu emotional an der einen oder anderen Stelle war.
00:19:31: Aber trotzdem wartet das... Ich habe nie das Gefühl, er sagt es mir nicht, weil er mich nicht vertraut, sondern einfach, weil ja vielleicht Angst hat vor dem Konflikten oder sowas.
00:19:39: Also das Wichtigste ist Vertrauen und dass man da eine Basisenfundament hat wo man über alles sprechen kann und weiß, der andere will einem wirklich nichts Böses, sondern wir ziehen zusammen an einem Strang.
00:19:51: Das war immer in den, ich meine, ein' eighty- achtzig.
00:19:54: Jetzt haben wir bald jetzt sechsundzwanzig-achtens.
00:19:57: Also das ist schon eine ganz schöne lange Zeit die wir das zusammen machen auch und zwar in unterschiedlichen Firmen.
00:20:02: Wir haben auch noch weitere Firmen gegründet gehabt und wir haben es immer ganz gut zusammen hingekriegt.
00:20:08: Und wir haben uns auch immer gut gelassen.
00:20:09: Ich glaube das Wichtigste ist Vertrauen und jeden Stahl.
00:20:13: also Uwe hat seine Kompetenzen und ich habe mich da nicht eingemischt und er hat sich bei mir nicht eingemeicht.
00:20:17: Zwei Fragen noch in meinem Kopf, aber ich bleibe noch mal bei Uwe.
00:20:21: Wo wart ihr als Geschwisterteam?
00:20:23: Wenn ich euch im Außen beobachtet hätte... Ja?
00:20:26: ...wo wart ihr unschlagbar?
00:20:28: Also unschlagbare waren wir glaube ich wenn es um Finanzierung ging oder wenn's um Geld eintreiben ging.
00:20:33: also Ich glaub mein Puder war immer gutgeilt und ich war immer bettgeil Und ähm.
00:20:38: Oder wenns um Nachlässe gingen dann hat mein Bruder gesagt ich muss das die Chefin fragen oder sowas.
00:20:42: ne Das war sein beliebtes der Spruch.
00:20:44: Ich glaube da konnten wir uns drauf verlassen dass der eine oder dem anderen dann ohne die Erlaubnis oder ohne das Go von dem Anderen man es nicht macht.
00:20:54: Da waren wir richtig gut, weil es gab ne Zeit da war sehr schwer bei uns im Unternehmen, da wären wir beinahe insolvent gegangen Und da habe ich dann auch irgendwie mit ganz vielen Kleubinger gesprochen, ob sie auf die Hälfte ihrer Forderung verzichten und so.
00:21:07: Auch das haben wir zusammen durchgestanden.
00:21:08: Aber Uwe hat auf der anderen Seite geguckt, dass er Aufträge kriegt und dass er Umsatz macht und in dem Moment nicht nur nach seiner Lust geht sondern auch Aufträge bekommt wo wir Erträge haben also sich rechnen sozusagen.
00:21:21: Das haben wir gut hingekriegt.
00:21:22: Toll!
00:21:23: Hattet ihr untereinander einen geheimen Auftrag miteinander?
00:21:26: Also, als unser Papa gestorben ist davor schon, glaube ich.
00:21:29: Aber da wurde es ganz klar, er ist sehr jung gestorbt mit neun Sechzig.
00:21:32: Er ist auch auf dem Platz gestorbend.
00:21:34: also der ist irgendwie vom Gabestabler gegangen und ist umgefallen.
00:21:38: Und wir haben beide unserem Papa versprochen dass Wir nicht mit der Firma Tich insolvent gehen oder beziehungsweise das wir immer die Firma retten.
00:21:47: und Ich glaube Das ist schon so ein Rucksack Den spürst du auch.
00:21:51: Später, wo es darum ging gehe ich nach Berlin oder gehe nicht nach Berlin?
00:21:55: Aber ich habe Familie, Freunde alles in Frankfurt und auf der anderen Seite stand aber die Frage im Raum geh' ich als Geschäftsführerin nach Berlin?
00:22:02: Und egal wie's gemacht hätte das war immer falsch!
00:22:05: Aber dann hat sich so eine neue Möglichkeit aufgegangen hab ich gesagt wir müssen einfach einen guten Geschäftsführer finden und das haben wir dann auch, ne?
00:22:12: Da muss man erstmal nein sagen damit das Neue dann auch entstehen kann und muss sich treu bleiben.
00:22:17: Das ist glaube ich auch wichtig
00:22:19: Und das ist das, was ich so ein bisschen Generationen auftrage.
00:22:21: Also war quasi euer Unausgesprochen ... War das ausgesprochen oder war das unausgesprochen?
00:22:26: Es war am Sterbebett meines Vaters ausgesprungen.
00:22:29: Oh!
00:22:30: Krankvoller
00:22:31: Moment.
00:22:32: Mein Bruder und ich haben es uns gegenseitig ... Das war wie so'n Spur.
00:22:36: Wir haben's uns nicht geschworen aber es war ein Spur.
00:22:39: also irgendwie war klar diese Firma muss weiterlaufen.
00:22:43: und dann umso traglicher dass wir jetzt keine Kinder haben die es übernommen haben sondern dass wir es in fremde Hände geben mussten.
00:22:48: ja
00:22:49: Und das ist es, was ich so Generationenauftrag nenne.
00:22:52: Kann ganz unterschiedlich aussehen, kann ganz unterschiedliche lauten und gibt aber immer einen sehr starken Auftrag würde ich behaupten.
00:23:00: In Familienunternehmen finde ich das noch mal größer, stärker, das will ich glaube ich sagen.
00:23:06: Ich glaub wir wollten auch beide nicht enttäuschen!
00:23:09: Ich glaube, du willst es gut machen.
00:23:11: Du willst nicht enttäuschen.
00:23:12: Da steht auch der Name dahinter.
00:23:14: Es ist ja auch Scham und so weiter.
00:23:17: Wenn da was schief geht und so ... Das willst du alles nicht!
00:23:19: Also wir wollten das auf keinen Fall.
00:23:21: Das steht fest.
00:23:22: Ich glaube dass will grundsätzlich keiner.
00:23:24: Scham ist ja jetzt zum Beispiel nicht gerade das angenehmste Gefühl.
00:23:27: Genau.
00:23:28: also
00:23:28: dann lieber Konflikt.
00:23:31: Ja genau ich finde da steckt so viel drin.
00:23:34: wenn du jetzt spreche ich mal also heute bist du ja Beraterin, wenn ich das mal so ganz grob nennen würde.
00:23:41: Ich weiß da sind ganz viele Themen die du auch selber glaube ich gelernt hast, sind da drin und bietest du anderen Menschen an damit sie auch leichter dahinkommen wo sie hin wollen?
00:23:52: Ich spreche jetzt also petratisch die Beraterinnen an und Du guckst so auf Unternehmen und gehst in Aufträge rein.
00:23:58: gibt es so bestimmte Muster die du von vornherein erkennst also wo du gar nicht viel analysieren musst?
00:24:04: Ich muss mal kurz überlegen, weil es gibt unterschiedliche Unternehmen in denen ich drin bin.
00:24:09: Also wenn ich jetzt die Familienunternehmen mir anschaue, die ich in den letzten fünf Jahren begleitet habe – aber manchmal ist das wirklich so, dass die Kindheit nicht aufgearbeitet ist und dadurch so viele Verhaltensmuster aus der Kindheit hochkommen, die eigentlich nichts mit dem Unternehmen oder so zu tun haben?
00:24:25: Es kann durchaus sein, dass ein Familienmitglied Total professionell im Endeffekt in einem anderen Unternehmen war und im eigenen Unternehmen, Familienunternehmen funktioniert das nicht.
00:24:36: Da wird es auf einmal total schwierig irgendwie.
00:24:39: Und wenn ich mir jetzt so die drei vier anschauere, die ich in den letzten fünf Jahren begleitet habe, war das oft bei dem einen ausgeprägte, beim weniger ausgeprägt.
00:24:48: aber wann holen die denn eine Beraterin?
00:24:49: Wenn's Konflikte gibt wo es gut läuft werde ich als der Beraterinn gar nicht geholt.
00:24:53: und da ist es das Muster dass einfach diese familiären Umstände und Muster, das sich ein Kind nicht gesehen, nicht gehört gefühlt hat.
00:25:02: Nicht genug Traum bekommen hat, nicht wertgeschätzt ist genügend... Also die spielen erhebliche Rolle!
00:25:08: Und die Anzusprechen als Berater ist auch gar nicht so einfach weil es ja NICHT was nettes?
00:25:13: Ja, noch mal Träger der vielleicht unangenehmen Wahrheit.
00:25:16: Das habe ich ja schon vorher in deiner Geschichte gehört.
00:25:20: Als du die Antwort eingeführt hast einmal da rein zu gehen, hast du so gesagt das hört sich jetzt vielleicht blöd an.
00:25:28: Ich kann natürlich verorten wo dieser Mittelkommentar herkommt aber warum glaubst du könnte sich das blöd anhören?
00:25:34: Weil gerade die Menschen die jetzt übergeben die so zwischen sechzig und fünfundsiebzig sind sage ich mal in der Regel.
00:25:42: Da gibt es etliche die haben Persönlichkeitsentwicklung gemacht aber die meisten können damit nicht so viel anfangen oder, und die sind eher intellektuell und detailorientiert.
00:25:53: Und Zahlen, Daten, Fakten basiert usw.
00:25:57: Das ist denen oft zu psychologisch, zu therapeutisch, so spirituell und was ein Quatsch
00:26:04: usw.,
00:26:06: also ich habe gelernt dass man das wirklich ganz vorsichtig vorbereiten muss bevor man das aufs Tablet bringen darf.
00:26:14: Da muss man sich schon einen bestimmten Respekt erarbeit haben, damit sie es auch von dir nehmen können.
00:26:19: Ticken Vertrauen auch.
00:26:21: Beides ist ja gleiches.
00:26:22: Also hast du meinen Respekt?
00:26:24: Hast du auch Vertrauen von mir?
00:26:25: Ja genau!
00:26:27: Ich habe ganz viel genickt und danke dass du mich geantwortet hast weil ich glaube das ist so ein tiefer Wunsch von mir dafür zu sensibilisieren was ich vorhin gesagt hab technische Prozesse ist das eine oder sachliche Prozese total wichtig Und zeitgleich ist es aber an einer bestimmten Stelle ein sehr emotionaler Prozess, wenn wir über Nachfolge nachdenken.
00:26:47: Ja und er ist sehr, sehr emotional und vertrauen besteht irgendwie aus zwei Seiten.
00:26:52: ich habe das ein bisschen abgeleitet von Kowie kennst du vielleicht?
00:26:56: Einmal der Charakterseite und einmal der Kompetenzeiten?
00:26:59: natürlich muss die Kompetenz Seite checken kann einen Unternehmen leiden Aber das ist leicht.
00:27:03: das kriegste relativ nach einem Jahr mit ob jemand irgendwie in der Lage ist BWA zu lesen oder irgendwie richtige Angebote zu machen, das kriegst du relativ schnell mit.
00:27:12: Das kannst du auch lernen?
00:27:13: Oder lerntest du es halt nicht!
00:27:15: Aber dieses Emotionale, das liegt ja viel, viel tiefer... Absicht dahinter.
00:27:20: Habe ich die Absicht, dass sich irgendwie meine Schwester, mein Bruder und mein Vater klein machen will oder groß machen will?
00:27:28: Was ist die Absucht?
00:27:29: was meinen Gefühl dahinter?
00:27:30: wo bin ich authentisch, wo bin nicht authentisch?
00:27:33: Wo fühle ich mich gesehen, wofür ich mich nicht gesehen?
00:27:35: also da hängt so viel mehr dahinter.
00:27:37: dann könnte man jetzt nochmal ein Podcast extra rausmachen.
00:27:39: Genau das war als ich gesagt habe oh Gott einen Podcast mit Petra!
00:27:44: Wo gehe ich rein, wo gehe ich nicht rein und hier lasse ich jetzt auch gerade los obwohl ich völlig bei dir weil wir sind so sehr am Kern.
00:27:50: Und vielleicht auch das, was uns... Vielleicht haben wir deine Gemeinsamkeit, dass uns das bewegt im wahrsten Sinne des Wortes?
00:27:56: Ja ich würde noch eine Frage stellen wollen, auch ein bisschen mit Blick auf die Zeit.
00:28:02: Petra wenn du jetzt heute mit all der Erfahrung und im besten Sinne Seniorität erfahrungsmäßig drauf guckst und dir die junge Petra anschaust, die siebenzwanzigjährige oder fünfunddreißig, also da ist sich schon ein bisschen im Unternehmen drin Was hättest du gerne früher gewusst?
00:28:19: Also ich glaube, wenn ich heute den Schritt mit sieben Zwanzig noch mal machen würde oder es jemand empfehlen würde, würde ich ihm von Anfang an eine Begleitung empfehle für das erste halbe Jahr der Jahr.
00:28:30: Ich glaub wir hätten uns viel Stress viele Konflikte und viele Umwege ersparen können und das ist jetzt kein Verkaufsgeschichte um Gottes Willen.
00:28:38: Du
00:28:39: kommst gar nicht so über.
00:28:40: Ja ja aber ich will's nur nochmal ganz klar sagen weil ich halt dumme Weiße diese Doppelrolle habe.
00:28:47: Ich glaube, dann hätte ich es mir echt leichter gemacht.
00:28:49: Weil ich auch eine Stimme gehabt hätte.
00:28:50: Jemand neutrales gehabt hätte der auch mal die richtigen Fragen mir gestellt hatte und so... Ich war so lost am Anfang oft und so verzweifelt bis ich mal den Weg gefunden habe Und ich bin froh, dass ich so eng mit meinem Bruder war.
00:29:02: aber wenn du Dieses Vertrauen, die Basis nicht hast, glaube ich kann es ganz schön schwer werden.
00:29:07: Und wir sind ja unterschiedlich eingestiegen.
00:29:09: Wir sind nicht zum gleichen Zeitpunkt eingestigen was auch nochmal schwieriger gemacht hat.
00:29:13: Total!
00:29:13: Ja
00:29:14: und ich glaube wenn man zum gleichen zeitpunkt einsteigt könnte ich mir vorstellen das ist leichtes weiß ich nicht.
00:29:19: Hat man eine Gemeinsamkeit mehr?
00:29:20: Aber
00:29:22: da hätte ich mir viele Umwege erspart.
00:29:26: Es wäre leichter gewesen
00:29:28: Und ich habe dich tatsächlich als erste Gäste eingeladen, also zum einen weil ich mit dir sprechen wollte.
00:29:32: aber grundsätzlich ist dieses Thema Nachfolge.
00:29:35: Ich gebe es ganz offen zu und sie weiß wen ich meine wenn ich jetzt gleich spreche.
00:29:39: Ich habe selber eine ganz junge Unternehmerin die ich begleiten darf.
00:29:42: Die ist schon in der Nachfolgedrinne und hat mir gesagt Vanessa ich fühl mich lost.
00:29:48: Tatsächlich hast du das ja auch gerade gesagt Und ich habe so wenig Roll-Models.
00:29:53: und dann hab' ich gedacht, das will ich so nicht stehen lassen.
00:29:55: Ich möchte jetzt ganz viele Rollmodels einladen!
00:29:58: Ich finde du bist eins oder wärst eins.
00:30:00: Also das eine was Du sagst, was Du Dir selber geraten hättest als junger Mensch wäre, hol dir Begleitung dazu.
00:30:08: Das zweite, die zweite Frage wenn Du nochmal an die Zeit zurück denkst, jetzt hast Du ja bist ein sehr traditionelles Unternehmen eingetreten.
00:30:17: Was glaubst du, wär ein Argument mit dem du nach außen hättest rechtfertigen können, dass du dir Begleitung reinholst?
00:30:24: Dass ich's brauche.
00:30:26: Ich hätte es total auf mich beziehen müssen.
00:30:28: Also, ich glaube, ich hätte nicht meinen Bruder oder mein Vater sagen können... also wir brauchen das!
00:30:32: Ich glaub wirklich auf Deutsch hat sie gesagt, hier brauchst du eine Therapie oder so was.
00:30:35: Da hätte ich hundertprozentig irgendein Spruch gekriegt und ich glaube ich hätte sie einzeln abholen müssen.
00:30:40: Ich hätt' meinen Vater fragen müssen und meinem Bruder einzel abholten müssen und hätte es gut erklären müssen, was uns das bringen kann.
00:30:47: Und dass man sagt ach wir probieren erst mal ein oder zwei machen vielleicht so einen Workshop und dann entscheiden wir ob wir weitermachen.
00:30:54: Dass sie die Wahl haben wieder rauszugehen praktisch also auch wieder auszusteigen.
00:30:58: Wir sind so ungefähr am Ende.
00:31:00: eine zusammenbindende Frage obwohl ich noch so viele hätte.
00:31:03: Wir haben schon bisschen etwas gehört aber wenn wir jetzt so ein kleines Geschenk packen wollen würden Wir beide jetzt hier zusammen, aber du sprichst.
00:31:12: Ich stelle die Frage und du sprachst.
00:31:13: Und wir packen ein kleines Geschenk für Menschen, die jetzt nachfolgende sind – ob weiblich oder männlich ist uns gerade egal!
00:31:20: Was sind die drei wichtigsten Dinge, die wir in dieses kleine Paket packten sollten?
00:31:25: Fachlich, emotional und familiär damit sie gut vorbereitet für die Nachfolge sind.
00:31:33: Fachlich, Emotional und das dritte war Familiär.
00:31:37: Also fachlich... glaube ich, ist es hilfreich erst mal sich genau zu informieren.
00:31:44: Was wäre denn meine Aufgabe?
00:31:45: Und da sehr genau irgendwie zu gucken was brauche und was kann ich schon.
00:31:49: Und da wirklich vielleicht im Vorfeld sogar noch die eine oder andere Weiterbildung machen.
00:31:54: wenn ich merke mir fehlt etwas weil du wirst als Tochter Sohn immer nochmal anders beäugt als wenn du nur normaler Mitarbeiter bist.
00:32:01: Wenn du was nicht kannst dann ist das manchmal ziemlich doof.
00:32:06: Das zweite ist emotional.
00:32:08: Also ich glaube, ich würde mir heute einen Coach nehmen und wirklich sagen was will ich in dem Unternehmen.
00:32:13: Wenn ich jetzt fünf Jahre nehmt wo will ich stehen?
00:32:16: Was will ich im Unternehmen?
00:32:17: Was geht für mich, was geht nicht mit meinem Bruder oder Vater?
00:32:21: Wem auch immer zusammenarbeiten?
00:32:23: Was sollen meine Aufgaben, meine Rolle sein?
00:32:26: Welchen Umgang wünsche ich mir also wirklich?
00:32:27: Ich glaube ich würde mit einem Coach in eins zwei Sitzungen erarbeiten.
00:32:31: Was ist mir wichtig?
00:32:32: Was muss ich klären im Vorfeld?
00:32:34: Vereinbarung treffeln!
00:32:36: Und auch mal in mich reinfühlen, wie geht's mir damit?
00:32:38: Und das dritte Familien.
00:32:41: Also wenn es familiär Themen gibt wie junge Mädchen wie bei meinem Bruder und mir, dass mein Bruder bevorzugt wurde und ich benachteiligt wurde oder sonst was.
00:32:51: dann muss ich mich echt fragen kann ich die zur Seite legen oder muss ich für mich noch etwas machen?
00:32:56: weil das poppt im Unternehmen hoch hundert pro
00:32:59: Ja, ich finde das ein schönes Fäckchen.
00:33:01: Ich denke so an die Menschen, die ich begleiten darf oder die ich kenne, die in dieser Situation sind... Was wäre die eine Frage, die du gerne noch hättest, dass ich sie dir gestellt hätte?
00:33:10: Wow!
00:33:13: Ich muss ehrlich sagen, mir fällt keiner einer.
00:33:14: Und was ist die Frage, den du mir gerne noch gestellt hättet?
00:33:17: Warum du nicht in das Familienunternehmen eingestiegen bist?
00:33:20: Die brennt
00:33:21: mir schon die ganze Zeit auf der Zunge.
00:33:23: Oh Gott,
00:33:24: dann müssen wir dich auf jeden Fall noch beantworten!
00:33:26: Also ich war fachlich ganz woanders unterwegs.
00:33:28: meine drei Geschwister Wir sind alle sieben Jahre auseinander.
00:33:31: Ich war auch biologisch Nicht an der Reihe also ich war einfach zu jung in dem Moment Wo das anstand und ich wollte auch nicht Ja, genau.
00:33:40: Das sind die drei Sachen und ich finde es ganz, ganz toll!
00:33:43: Vielleicht kann man das einfach mal so dropen hier an der Stelle dass meine Schwester den Weg gegangen ist und sich dem gestellt hat.
00:33:49: Ich habe da ganz viel Respekt für.
00:33:51: Spielst du heute noch irgendeine Rolle in dem Unternehmen?
00:33:53: Nein, das gibt es gar nicht mehr.
00:33:54: Es war ein Einzelhandel und mein Schwestern hat die Zeichen der Zeit früh gesehen.
00:33:58: Super!
00:33:58: Ah, wie schön.
00:33:59: Ja genau.
00:34:00: Danke.
00:34:01: Liebe Petra ganz herzlichen Dank dass du bei uns warst.
00:34:03: Bei mir an der Stelle.
00:34:05: ich habe mich sehr gefreut.
00:34:06: vielleicht machen wir noch mal einen zweiten Podcast auf.
00:34:09: da war ja noch ein bisschen was drin Und lieben dank an alle die zugehört haben mit gehört haben wer bis zum Ende gehört hat.
00:34:15: Wir freuen uns dass ihr dabei wart.
00:34:18: wir freuen uns über Kommentare wir freuen Uns über Empfehlungen und wir freuen uns, dass wir ein herzliches bis zum nächsten Mal sagen können.
00:34:26: Tschüss!
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